© Foto: Hans Grunert

located in Berlin

Eike Hosenfeld und Moritz Denis arbeiten als Filmkomponisten mit einem vielseitigen, genreübergreifenden Ansatz, der unterschiedliche musikalische Traditionen miteinander verbindet. Beide verfügen über einen breiten Hintergrund: von klassischer Instrumentalausbildung und Komposition über Jazz und Punk bis hin zu Hip-Hop, Sampling und elektronischer Musik.  

Eike fand über sein Studium an der Filmuniversität Babelsberg zur Filmmusik und verbindet seine Tätigkeit als Komponist eng mit der Arbeit als Toningenieur. Moritz kam über verschiedene musikalische Stationen zur Zusammenarbeit; ursprünglich nicht mit dem Ziel, Musik zum Beruf zu machen, entschied er sich nach der Begegnung mit Eike bewusst für den gemeinsamen künstlerischen Weg. 

Ihre Arbeitsweise ist geprägt von einem offenen Umgang mit Stilmitteln und Klangquellen. Der Einsatz akustischer Instrumente spielt dabei ebenso eine zentrale Rolle wie digitale Produktionsmethoden, Sampling und Sounddesign. Einflüsse aus klassischer Orchestermusik treffen auf Elemente zeitgenössischer elektronischer Musik und populärer Genres. Diese Verbindung ermöglicht eine flexible musikalische Sprache, die sich jeweils an den Anforderungen des Projekts orientiert. 

Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Funktion der Musik im filmischen Kontext. Eike und Moritz verfolgen einen Ansatz, der sich nicht an stilistischer Komplexität misst, sondern daran, wie präzise Musik eine Szene unterstützt. Reduktion und Einfachheit werden dabei ebenso bewusst eingesetzt wie dichte Arrangements. Der kreative Prozess ist von intensivem Ausprobieren, Verwerfen und Neuansetzen geprägt, bis eine Lösung gefunden ist, die sowohl den eigenen künstlerischen Ansprüchen als auch der Vision der Regie entspricht. 

 

Eike Hosenfeld and Moritz Denis are film composers who take a versatile, cross-genre approach, blending different musical traditions. They both have a broad background, ranging from classical instrumental training and composition to jazz, punk, hip-hop, sampling, and electronic music.  

Eike discovered film music while studying at the Film University of Babelsberg, combining his work as a composer with that of a sound engineer. Moritz came to the collaboration via various musical paths. Originally not intending to make music his profession, he made a conscious decision to pursue an artistic partnership with Eike after meeting him. 

Their working method is characterised by an open approach to stylistic devices and sound sources. Acoustic instruments play just as central a role as digital production methods, sampling and sound design. Influences from classical orchestral music meet elements of contemporary electronic music and popular genres. This combination enables them to create a flexible musical language tailored to the specific requirements of each project. 

At the heart of their work lies the role of music in a cinematic context. Eike and Moritz prioritise the precise support of a scene over stylistic complexity. Reduction and simplicity are employed just as deliberately as dense arrangements. Their creative process involves intensive trial and error, discarding ideas, and starting again until they find a solution that meets their artistic standards and the director’s vision. 

 

IMDb – Eike Hosenfeld

IMDb – Moritz Denis

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© privat

located in Hamburg

Im Zentrum von Roman Kellers Arbeit steht die Frage, wie Klang im Zusammenspiel mit Bildern Bedeutung erzeugt; wie Musik keine bloße Begleitung bleibt, sondern eine eigenständige narrative Ebene schafft, die Wahrnehmung lenkt und Emotionen formt.  

Romans Weg zur Filmmusik führt ihn von frühem Klavier- und Schlagzeugspiel zu Bandarbeit und Musikproduktion. Über sein Kulturwissenschaftsstudium in Hildesheim entwickelt er schließlich eine eigenständige künstlerische Perspektive. Dort entstehen erste Theaterarbeiten und Projekte, später folgen Aufträge an verschiedenen Theatern im deutschsprachigen Raum und für internationale TV-Produktionen. 

Romans Kompositionen bewegen sich im Grenzbereich zwischen Musik und Sounddesign, sind reduziert, dicht und mit fließenden Übergängen zwischen Ton, Geräusch und Raum. Geprägt von Einflüssen aus experimenteller, elektronischer und klassischer Filmmusik entwickelt er eine Klangsprache, in der akustische Instrumente, analoge Synthesizer und digitale Verfahren ineinandergreifen. Klang versteht er als dramaturgisches Material, als Mittel, das Bilder aktiv interpretiert und transformiert. 

Seine künstlerische Haltung ist stark von einem bewussten Umgang mit Wahrnehmung geprägt: Hören wird als aktiver, interpretierender Prozess begriffen. Entsprechend sucht er in der Zusammenarbeit mit Regie und Produktion den frühen, offenen Dialog, um eine gemeinsame klangliche Vision zu entwickeln. So entsteht Musik als Bestandteil der Erzählung, wird zum lebendigen Raum, in dem sich Bild und Klang gegenseitig durchdringen. 

 

At the heart of Roman Keller’s work lies the question of how sound, in conjunction with images, creates meaning, and how music can cease to be mere accompaniment, instead establishing an independent narrative layer that guides perception and shapes emotions. 

Roman’s journey into film music began with playing the piano and drums in his early years, before moving on to working with bands and music production. It was through his studies in Cultural Studies at Hildesheim University that he developed his own artistic perspective. It was there that his first theatre works emerged, later followed by commissions from various theatres in German-speaking countries and international TV productions. 

His compositions straddle the boundary between music and sound design, featuring fluid transitions between tone, noise and space, and a minimalist, dense style. Influenced by experimental, electronic and classical film music, he has developed a sonic language in which acoustic instruments, analogue synthesizers and digital techniques intertwine. He views sound as dramaturgical material and a means of actively interpreting and transforming images. 

His artistic approach is strongly influenced by his conscious engagement with perception; he views listening as an active interpretative process. Consequently, when collaborating with directors and production teams, he initiates open dialogue from the outset to develop a shared sonic vision. In this way, music emerges as an integral part of the narrative, becoming a living space in which image and sound interpenetrate. 

 IMDb – Entry

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located in Berlin

Bertram Denzel ist immer auf der Suche nach schrägen Sounds oder ungewöhnlichen Klängen. Nicht ohne Grund wird er daher von manchen als „filmmusikalischer Experte für alle Arten von Wahrnehmungsstörungen“ bezeichnet. Aus seinen überraschenden, oft eigenwilligen Soundquellen entsteht dann Musik, die den von ihm untermalten Geschichten Tiefe und Wiedererkennbarkeit verleiht.

Bertrams Sound ist warm, analog, bassig und immer etwas abseits des Erwartbaren. Während Band- und Gitarreneinflüsse seine frühen Arbeiten prägten, ist es heute das DJ-Handwerk. Synthesizer und Presets nutzt er gezielt, jedoch nicht als Standard. Er arbeitet intuitiv, aber präzise, und schafft dadurch Atmosphären, die emotional, dicht und charakteristisch sind.

Bertram setzt bevorzugt Mikrofone und Sampler ein und versucht, für jedes Projekt eine eigene Sprache zu finden. Seine Filmmusik bleibt keine bloße Untermalung der Bilder, sondern entsteht aus einem kreativen Dialog mit Regie und Produktion. Kein Projekt folgt dabei einem festen Schema: Jeder Film erhält seinen spezifischen Sound.

Die kreative Arbeit beginnt dabei oft mit einem einzigen Klang – manchmal sogar mit zufälligen Fundstücken, wie dem Quietschen eines Schwammes auf dem Badezimmerspiegel, das einst den Schlüssel für einen kompletten Filmscore lieferte. Diese „Wahl der Waffen“, wie Bertram es nennt, öffnet häufig genau jene Tür, die ein Projekt braucht.

So entsteht Musik, die mutig, atmosphärisch und unverwechselbar ist – aber immer im Dienst der Geschichten, die sie erzählt.

 

Bertram Denzel is always on the lookout for unusual sounds and tones. Some refer to him as a “film music expert for all kinds of perceptual disorders” for good reason. His surprising and often idiosyncratic sound sources produce music that adds depth and familiarity to the stories he accompanies.

Bertram’s sound is warm, analogue and bass-heavy, and always a little off the beaten track. While band and guitar influences shaped his early work, it is DJ craftsmanship that shapes his work today. He uses synthesizers and presets selectively and non-standardly. He works intuitively yet precisely to create emotional, dense, and distinctive atmospheres.

He prefers to use microphones and samplers, trying to find a unique language for each project. His film music does not merely accompany the images; it arises from a creative dialogue with the director and production team. No two projects follow the same pattern; each film has its own unique sound.

The creative process often begins with a single sound, or even random finds such as the squeaking of a sponge on a bathroom mirror, which once formed the basis of an entire film score. Bertram calls this his “choice of weapons”, and it often opens exactly the door that a project needs.

The result is bold, atmospheric and distinctive music that always serves the stories it accompanies.

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Showreel

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© Foto:privat

located in: Bingen near Mainz (Germany)

Sebastian Zierer denkt groß und er denkt sinfonisch. Wer seine Musik hört, spürt sofort: Hier komponiert jemand, der das Orchester aus eigener Erfahrung kennt. Schon als Jugendlicher begeistert ihn die großorchestrierte Filmmusik von John Williams. Sein eigener Weg führt ihn über eine klassische Ausbildung in die Orchesterarbeit und an die Oper.

Die Arbeit als Dirigent hat Sebastians Blick auf Musik entscheidend geprägt. Er verfügt über ein feines Gespür für Dramaturgie, orchestrale Klangfarben und Melodieführung. Auf dieser klassischen Basis entwickelt er mit handwerklicher Präzision moderne, filmische Atmosphären, die Struktur und Stimmung miteinander verbinden.

Sebastians Musik ist szenisch arrangiert. Klare Spannungsbögen, sorgfältig gearbeitete Themen und eine organisch wachsende Harmonik unterstützen die Handlung und verleihen den Figuren ein eigenes musikalisches Profil. Die Motive sind sorgfältig gesetzt, Stimmen transparent geführt – jedes Detail dient der Erzählung.

Die Freiheit der Filmmusik fasziniert Sebastian: die Möglichkeit, zeitgenössische Klangwelten mit eingängigen Melodien zu verbinden, Kontraste zu wagen und ungewöhnliche Klangfarben zu mischen. Seine Handschrift ist präzise, atmosphärisch und dramaturgisch klar, so kann seine Musik im entscheidenden Moment ihre ganze Kraft entfalten.

 

Sebastian Zierer thinks big, and he thinks symphonically. Anyone who hears his music immediately senses that he knows the orchestra from personal experience. Even as a teenager, he was fascinated by John Williams’s large-scale orchestral film scores. His own path led him from classical training to orchestral work and opera.

Working as a conductor has had a decisive influence on Sebastian’s approach to music. He has a keen sense of dramaturgy, orchestral timbres, and melody. Building on this classical foundation, he uses his technical precision to create modern, cinematic atmospheres combining structure and mood.

Sebastian’s music is scenically arranged. Clear arcs of tension, carefully crafted themes and organically growing harmonies support the plot and give the characters their own musical profile. Motifs are carefully placed, and voices are transparently conducted – every detail serves the narrative.

He is fascinated by the freedom of film music and the possibility of combining contemporary soundscapes with catchy melodies, daring contrasts, and unusual timbres. His precise, atmospheric, and dramaturgically clear signature style allows his music to unfold its full power at the decisive moment.

listen to music

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located: Vienna (Austria)

Dass Johannes Winkler und Rusanda Panfili Filmmusik machen, ist kein Zufall. Ihre Zusammenarbeit lebt von der Reibung zweier Perspektiven: Bühne und Set, klassische Disziplin und produktionstechnische Praxis. Rusanda bringt Formbewusstsein und klangliche Präzision aus der klassischen Musik mit, Johannes ein geschärftes Gespür für Dramaturgie, Timing und Umsetzung aus Studio und Filmset.  

Daraus entsteht Musik, die sich mühelos an unterschiedliche Projekte anpasst, aber dennoch die klare Handschrift des Duos trägt. Klanglich setzen die beiden auf Eigenproduktionen. Vieles entsteht analog, Instrumente werden selbst eingespielt, Sounds nicht nur ausgewählt, sondern gebaut. Eigene Sample-Libraries sind dabei ein Mittel, um die Kontrolle über Ästhetik und Qualität zu behalten. 

Wenn Johannes und Rusanda beschreiben, wie Musik und Bild zusammenfinden, fällt ein Wort immer wieder: Intuition. Gemeint ist dabei aber kein vages Bauchgefühl, sondern eine geschulte Reaktionsfähigkeit sowie die Erfahrung, wann und warum ein musikalischer Moment funktioniert. Im Arbeitsprozess mit Regie und Produktion suchen Johannes und Rusanda deshalb früh konzeptuelle Klarheit. Denn je präziser die gemeinsame Vision ist, desto größer wird der Spielraum für das Detail. Der Filmscore wird so nicht nachträglich angepasst, sondern von den beiden von Anfang an als integraler Teil der filmischen Erzählung gedacht. 

Was sie aktuell besonders interessiert, sind Projekte jenseits des Vertrauten. Denn dort, wo Routinen nicht mehr greifen, entstehen immer auch Impulse, die ihre Arbeit weiterbringen. 

 

Johannes Winkler’s and Rusanda Panfili’s collaboration on film music is no coincidence. Their collaboration thrives on the interplay of two perspectives: the stage versus the set; classical discipline versus practical production techniques. Rusanda brings a sense of form and sonic precision from classical music, while Johannes contributes an instinct for dramaturgy, timing, and execution, honed in studios and on film sets.  

The result is music that adapts effortlessly to different projects yet still bears the duo’s distinct signature. Sonically, the pair rely on their own productions. Much of it is created using analogue methods: instruments are recorded individually, and sounds are constructed rather than simply selected. Their own sample libraries serve as a means of retaining control over aesthetics and quality. 

When Johannes and Rusanda talk about how music and images come together, one word keeps cropping up: intuition. However, by this, they do not mean a vague gut feeling, but rather a trained ability to react, as well as knowing when and why a musical moment works. In their collaboration with directors and producers, Johannes and Rusanda therefore seek conceptual clarity from the outset. The more precise the shared vision, the greater the scope for detail. The film score is not adapted retrospectively, but is conceived by the pair from the outset as an integral part of the cinematic narrative. 

They are particularly interested in projects beyond the familiar at the moment. It is where routines no longer apply that impulses arise to take their work forward. 

 

IMDB Johannes Winkler & ARTIST PAGE

IMDB Rusanda Panfili & ARTIST PAGE

 

 

 

© Foto: privat

located in Berlin & Tübingen

Philipp Schaeper und Christopher Colaço lernten sich während ihres Jazzstudiums an der Universität der Künste kennen und entwickelten ihre Zusammenarbeit aus der gemeinsamen Praxis des Improvisierens heraus. Die Hinwendung zur Filmmusik erfolgte dabei nicht strategisch, sondern organisch, als Erweiterung ihres künstlerischen Interesses an narrativen Strukturen und der Wirkung von Klang im Kontext bewegter Bilder.

Sie verbinden filmisches Erzählen mit einer eigenständigen, klanglich differenzierten Musiksprache. Ihr musikalisches Denken ist maßgeblich durch den Jazz geprägt. So fungiert Improvisation bei den beiden weniger als Stilmittel denn als Methode: Viele ihrer Arbeiten entstehen aus offenen, prozesshaften Situationen, in denen sich Material im Spiel entwickelt und erst im Nachhinein verdichtet wird. Dieses Verständnis von Musik als lebendigem, reagierendem System überträgt sich auf ihre Filmmusik, die sich eng an Rhythmus, Timing und innerer Dynamik einer Szene orientiert.

Charakteristisch für ihr künstlerisches Profil ist die Verbindung heterogener Klangwelten. Sie bewegen sich bewusst zwischen akustischen und elektronischen Texturen, zwischen komponierten Strukturen und improvisatorischen Momenten. Anstelle eines rein digitalen Produktionsansatzes setzen Philipp und Christopher früh auf die Zusammenarbeit mit Musiker:innen und nutzen bevorzugt reale Klangkörper, wodurch ihre Arbeiten eine spürbare physische und organische Qualität erhalten.

Als Duo verfolgen sie einen konsequent kollaborativen Ansatz. Komposition entsteht im Dialog – nicht nur zwischen ihnen selbst, sondern auch im Austausch mit den beteiligten Künstler:innen sowie mit Regie und Produktion. Diese Offenheit prägt ihren Arbeitsprozess ebenso wie ihr künstlerisches Selbstverständnis: Musik wird als gemeinschaftlich entwickeltes Element begriffen, das sich aus der jeweiligen Konstellation heraus formt.

 

Philipp Schaeper and Christopher Colaço met while studying jazz at the Berlin University of the Arts, developing their collaboration through their shared practice of improvisation. Their transition to film music was not a strategic decision, but an organic development arising from their artistic interest in narrative structures and the impact of sound in the context of moving images.

They combine cinematic storytelling with a sonically nuanced, independent musical language. Jazz significantly shapes their musical thinking. For them, improvisation functions less as a stylistic device and more as a method: many of their pieces evolve from open, process-oriented situations, where material is developed during performance and only consolidated afterwards. This approach to music as a living, responsive system is evident in their film scores, which closely align with the rhythm, timing, and internal dynamics of a scene.

A defining feature of their artistic profile is the fusion of diverse sonic worlds. They deliberately navigate between acoustic and electronic textures, and between composed structures and improvised moments. Rather than adopting a purely digital production approach, they have long prioritised collaborating with musicians and favouring the use of real instruments, which lends their work a palpable physical and organic quality.

As a duo, they pursue a consistently collaborative approach. Composition emerges through dialogue — not only between the two of them, but also in exchange with the participating artists, the director, and the production team. This openness shapes both their working process and their artistic self-image: they understand music as a collaboratively developed element that takes shape from the respective constellation.

IMDb – Colaço

IMDb – Schaeper

Listening

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© Foto: Tatjana Rüegsegger

Marcel Vaid entwickelt seine Arbeiten aus dem Klang heraus, in Form von Schichtungen, Suchprozessen und Annäherungen an das Innere eines Films. Filmmusik begreift er nicht als Illustration, sondern als eigenständige klangliche Denkweise.

Im Zentrum seines künstlerischen Profils steht die konsequente Abkehr von standardisierten Kompositionsmethoden. Jeder Film bedeutet für ihn einen Neuanfang: Er entwickelt ein eigenständiges System mit eigener „DNA“, deren musikalisches Innenleben es freizulegen gilt. Diese Haltung führt zu Filmscores, die sich bewusst einer festen Formsprache entziehen und stattdessen eine je spezifische Klangwelt entwickeln.

Marcels Arbeitsweise ist geprägt von Experiment und Offenheit. Ausgehend von improvisierten Gitarrenklängen entstehen durch elektroakustische Bearbeitung, Transformation und Montage vielschichtige Texturen. Akustische Instrumente werden verfremdet, Frequenzräume gefiltert, Resonanzen herausgearbeitet. Das Resultat sind dichte, atmosphärische Klangräume, die sich zwischen Musik und Sounddesign bewegen.

Seine Musik entsteht in enger Zusammenarbeit mit der Regie und parallel zum filmischen Prozess. Dabei greift er auch auf ein eigenes Klangarchiv zurück, das kontinuierlich erweitert und im Kontext jedes Projekts neu geordnet wird. Seine Filmmusik ist damit weniger Ausdruck eines wiedererkennbaren Stils als vielmehr das Resultat einer künstlerischen Haltung: neugierig, suchend, experimentell – und stets radikal auf den jeweiligen Film bezogen.

 

Marcel Vaid creates his work from sound itself, using layering and exploratory processes to delve into the inner workings of a film. Rather than viewing film music as mere illustration, he considers it an independent sonic mode of thought.

At the heart of his artistic profile lies a consistent departure from standard compositional methods. Every film represents a fresh start for him: he creates an original system with its own “DNA”, which he then uncovers to reveal its musical inner workings. This approach results in film scores that deliberately eschew fixed formal languages in favour of developing a unique sonic world for each project.

Marcel’s working method is characterised by experimentation and openness. Starting with improvised guitar sounds, multi-layered textures emerge through electroacoustic processing, transformation, and montage. Acoustic instruments are distorted, and frequency ranges are filtered to bring resonances to the fore. The result is dense, atmospheric soundscapes that oscillate between music and sound design.

Marcel creates his music in close collaboration with the director, working in parallel with the filmmaking process. In doing so, he also draws on his own continuously expanding and reorganising sound archive. His film music is therefore less an expression of a recognisable style than the outcome of an artistic approach that is curious, exploratory and experimental, and which is always radically attuned to the film in question.

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© Foto: Fabian Kimoto & AI

Adrian Frutiger bezeichnet sich selbst gern „als Klangbildhauer“. Er begreift Filmmusik nicht als abgeschlossene Komposition, sondern als erzählerisches Werkzeug – als „unsichtbaren Schauspieler“, der Emotionen lenkt und Perspektiven formt. Aus einer klang- und produktionsbasierten Praxis heraus entwickelt er seine Arbeiten weniger über Notation als über das modellierende Formen von Klangräumen: Schicht für Schicht entstehen organische Wechselwirkungen zwischen Musik und Bild, finden eine gemeinsame Sprache.

Sein künstlerisches Profil ist geprägt von einem hybriden Ansatz, der orchestrale, elektronische und experimentelle Klangwelten verbindet. Musikalische Ideen entstehen oft direkt aus dem Bild heraus – aus Rhythmus, Bewegung und Atmosphäre. Dabei kombiniert er digitale Instrumente, Sampling und analoge Synthese mit der gezielten Zusammenarbeit mit Instrumentalist:innen. Neue neuronale Technologien nutzt er explorativ als klangliches Rohmaterial, während die eigentliche dramaturgische Feinarbeit ein bewusst künstlerischer Prozess bleibt.

Im engen Dialog mit Regie und Produktion entwickelt Adrian früh eine emotionale und atmosphärische Leitidee für jeden Film. Ausgangspunkt ist dabei stets die zentrale Frage: Wie fühlt sich dieser Film an? Seine Arbeiten zeichnen sich durch eine sensible, präzise Klangdramaturgie aus, die Bild und Ton in einen lebendigen, gegenseitig tragenden Zusammenhang bringt.

 

Adrian Frutiger likes to describe himself as a “sound sculptor”. Rather than viewing film music as a finished composition, he sees it as a narrative tool – an “invisible actor” that guides emotions and shapes perspectives. Drawing on a practice based in sound and production, he develops his work less through notation and more through modelling soundscapes. Layer by layer, organic interactions emerge between music and image as they find a common language.

His artistic profile is characterised by a hybrid approach combining orchestral, electronic, and experimental soundscapes. Musical ideas often arise directly from the image, whether that be rhythm, movement or atmosphere. He combines digital instruments, sampling, and analogue synthesis with targeted collaboration with instrumentalists. He explores new neural technologies as raw sonic material, while the actual dramaturgical fine-tuning remains a deliberate artistic process.

In close collaboration with the director and production team, Adrian develops an emotional and atmospheric central theme for each film at an early stage. The starting point is always the central question: What does this film feel like? His work is characterised by sensitive and precise sound dramaturgy that establishes a living, mutually supportive relationship between image and sound.

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(c) Photo: private

For Alberto Bellavia, music is an existential form of expression and a way of giving cinematic stories a sonic identity. At the heart of his work lies an intense engagement with the characters and emotional landscapes of films, the moods and tensions of which he translates into a distinctive musical language. He combines a keen sensitivity to dramaturgy with an instinctive compositional process characterised by a strong element of improvisation.

A key component of his musical style is his exploration of unusual timbres. Alongside classical instruments, he works with unconventional materials, such as wooden and metal objects, to create unique textures. However, at the heart of his artistic practice is his piano: a Shigeru Kawai SK7 whose tonal character shapes many of his compositions.

Many of his musical ideas originate directly from the instrument, often emerging from just a few thematic or harmonic fragments. He believes that a clear, dramaturgically coherent sonic identity is crucial for each score. He finds inspiration not only in the studio, but also in movement and nature – for example, while hiking in the mountains, when new musical ideas often emerge intuitively.

Alberto’s working method is always project-specific: in close consultation with the director, he develops a unique musical world for each film. When a story moves him emotionally, themes often emerge immediately and intuitively, sometimes after just a few visual impressions. From these, a distinctive musical idea takes shape in a short space of time.

 

Für Alberto Bellavia ist Musik existenzieller Ausdruck und zugleich Möglichkeit, filmischen Geschichten eine eigene klangliche Stimme zu verleihen. Im Zentrum seiner Arbeit steht die intensive Auseinandersetzung mit Figuren und emotionalen Welten eines Films, deren Stimmungen und Spannungen er in eine unverwechselbare musikalische Sprache übersetzt. Sein Ansatz verbindet eine ausgeprägte Sensibilität für Dramaturgie mit einem instinktiven, stark improvisationsgeprägten Kompositionsprozess.

Ein wesentlicher Bestandteil seiner musikalischen Handschrift ist die Suche nach ungewöhnlichen Klangfarben. Neben klassischen Instrumenten arbeitet Alberto mit unkonventionellen Materialien wie Holz- oder Metallobjekten, um eigenständige Texturen zu erzeugen. Sein künstlerisches Zentrum bildet jedoch sein Klavier, ein Shigeru Kawai SK7, dessen Klangcharakter viele seiner Kompositionen prägt.

Zahlreiche seiner musikalischen Ideen entstehen unmittelbar am Instrument, häufig aus wenigen thematischen oder harmonischen Fragmenten heraus. Entscheidend ist für ihn dabei eine klare, dramaturgisch stimmige Klangidentität für jede Partitur. Inspiration findet er nicht nur im Studio, sondern auch in Bewegung und Natur – etwa beim Bergwandern, wo neue musikalische Ideen oft intuitiv entstehen.

Albertos Arbeitsweise ist dabei immer projektbezogen: In enger Abstimmung mit der Regie entwickelt er für jeden Film eine eigene musikalische Welt. Wenn ihn eine Geschichte emotional berührt, entstehen Themen oft unmittelbar und intuitiv, manchmal bereits nach wenigen visuellen Eindrücken, aus denen sich in kurzer Zeit eine prägnante musikalische Idee formt.

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Located in Cologne and Zürich

Gregor Schwellenbach ist eher Dramaturg und weniger Dienstleister. Für ihn ist Musik ein Mittel der Kommunikation – ein Weg, Geschichten zu erzählen und Figuren erfahrbar zu machen. In seinen Filmscores ist er stets nah dran an den Menschen und Charakteren, um die es geht, mit einem feinen Gespür für ihre Wesenszüge und Besonderheiten. Seine Klangwelten entwickelt er „aus den Figuren heraus, als Teil der Erzählung, nicht als Kommentar“.

Gregors Sound bewegt sich im Grenzbereich zwischen Akustik und Elektronik, mit einem ausgeprägten Sinn für Minimalismus. Seine Musik soll nicht überdecken, sondern soll bewusst eingesetzt wirken. Oftmals klingen seine elektronischen Produktionen sehr organisch und seine instrumental aufgenommenen Tracks zeigen eine fast elektronische Ästhetik. Er gilt als Brückenbauer, der Techno-Strukturen mit kammermusikalischen Instrumenten neu interpretiert. Seine reduzierten, strukturell klaren Arbeiten entwickeln eine große Tiefe über Zeit und Wiederholung.

Seine Scores entstehen stets mit klarem Blick auf ihre dramaturgische Funktion. Der Annäherungsprozess an ein Projekt ist für ihn geprägt von sorgfältiger Analyse und intensiver Recherche. Für jede Arbeit entwickelt Gregor eine eigene musikalische Sprache, hinterfragt Gewohntes und sucht bewusst nach neuen Ausdrucksformen. Aus ersten Skizzen und Demos formt sich so schrittweise eine Klangwelt, die nicht nur die Bilder unterstützt, sondern sie um eine eigenständige Dimension erweitert.

 

Gregor Schwellenbach is more of a dramaturge than a service provider. For him, music is a means of communication, a way of telling stories and breathing life into characters. When composing film scores, he stays close to the people and characters involved, paying close attention to their traits and peculiarities. He develops his soundscapes “from the characters, as part of the narrative, not as commentary”.

Gregor’s music sits at the intersection of acoustic and electronic sounds, with a pronounced sense of minimalism. His music is not intended to mask, but to be used deliberately. His electronic productions often sound very organic, while his instrumentally recorded tracks display an almost electronic aesthetic. He is considered a bridge builder who reinterprets techno structures using chamber music instruments. His works, which are reduced and structurally clear, develop great depth over time and repetition.

He always creates his scores with a clear view of their dramaturgical function. He approaches each project with careful analysis and intensive research. For each work, Gregor develops a unique musical language, questioning the familiar and consciously searching for new forms of expression. From initial sketches and demos, a sound world gradually emerges that not only supports the images but also expands them into a dimension of their own.

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Located near Heidelberg, Germany

Michael Klubertanz ist schon als Kind fasziniert von der Wirkung musikalischer Motive auf Film und Fernsehen: Er kann sämtliche Titelmelodien nachsingen und beginnt als Jugendlicher – angefangen mit dem E.T.-Score –, berühmte Soundtracks zu sammeln. Während des Studiums macht er sich daran, Stummfilmprojekte mit eigenen Kompositionen zu vertonen, ab 2011 folgen dann kontinuierlich zahlreiche unabhängige Produktionen bis hin zu Kino- und Fernsehfilmen.

Seine Erfahrung als Dirigent und Musiker beeinflusst Michaels orchestrales Schreiben grundlegend. Er komponiert so, dass seine Musik jederzeit von realen Musiker:innen spielbar bleibt – ein Anspruch, der sowohl für authentische akustische Ergebnisse als auch für spätere Live‑Aufnahmen essenziell ist. Das Komponieren ist für ihn „eine hochwillkommene Möglichkeit zum schöpferischen Umgang mit Klang“. So kann er, wie er sagt, „neue Welten von Grund auf erzeugen und in Beziehung zum Bild setzen.“

Die Entstehung einer neuen Klangwelt beginnt für ihn lange vor dem ersten Bild. Er sammelt Farben, Texturen und musikalische Ideen, skizziert Themen und Stimmungen und entwickelt daraus ein klangliches Fundament, das den gesamten Film trägt. Präzises Timing und sorgfältig gewählte Tempi runden den kreativen Prozess ab, in dem immer Platz bleibt für überraschende Lösungen.

Stilistisch ist Michael bewusst vielfältig. Er versucht stets zu verstehen, was für das jeweilige Projekt wichtig ist, experimentiert immer wieder mit neuen Kompositionstechniken und klingt daher nie gleich. Akustische Instrumente machen einen großen Teil seiner Palette aus, er integriert aber auch Elektronik, und vor allem jene Klangelemente in seine Scores, die konkret etwas mit dem Film und seinen Figuren zu tun haben: Dort finden sich dann Klänge von Kaffeebechern, Leichenkühlschränken, Pingpongbällen oder gar Walgesänge. Besonders charakteristisch für seine Arbeit sind zudem atmosphärische Effekte wie Shimmer und granulare Texturen, die seinen ruhigeren Passagen eine besondere Tiefe verleihen.

 

 

Michael Klubertanz has been fascinated by the effect of musical motifs on film and television since childhood. He could sing along to all the theme tunes and, as a teenager, started collecting famous soundtracks, beginning with the E.T. score. During his studies, he started setting silent film projects to music using his own compositions. In 2011, he moved on to numerous independent productions, including cinema and television films.

Michael’s experience as a conductor and musician has a fundamental influence on his orchestral writing. He composes in such a way that his music can always be performed by real musicians – a requirement essential for achieving authentic acoustic results and for later live recordings. For Michael, composing is “a highly welcome opportunity to engage creatively with sound”. This enables him, in his words, “to create new worlds from scratch and relate them to the image”.

For him, creating a new sound world begins long before the first image appears. He collects colours, textures, and musical ideas; sketches themes and moods; and uses these to develop a tonal foundation that carries the entire film. Precise timing and carefully chosen tempos bring the creative process to a close, leaving room for surprising solutions.

Stylistically, Michael is deliberately diverse. He tries to understand what is important for each project, experiments constantly with new compositional techniques, and therefore never sounds the same. Acoustic instruments form a large part of his palette, but he also incorporates electronics and, above all, sound elements with a specific connection to the film and its characters. These include the sounds of coffee cups, morgue refrigerators, ping-pong balls, and even whale songs. Atmospheric effects, such as shimmer and granular textures, are also particularly characteristic of his work, lending special depth to his quieter passages.

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© photo: Ollie Bolt

Alexandre Julien Maurer versteht Filmmusik als Schnittstelle zwischen Klang und Bild – als einen Raum, in dem sich unterschiedliche Sinneseindrücke zu einer immersiven Erfahrung verbinden. Musik besitzt für ihn die Fähigkeit, die emotionale Wirkung eines Bildes entscheidend zu vertiefen, sie kann aber auch eine eigenständige prägende Identität innerhalb eines Films entwickeln.

Geprägt durch seine Arbeit als Sound Designer verfolgt Alexandre einen intuitiven, ganzheitlichen und stark expressionistischen Zugang zum Klang. Musik und Sound Design betrachtet er nicht als getrennte Ebenen, sondern als Elemente eines gemeinsamen Dialogs, in dem sich Klangtexturen, Geräusche und musikalische Strukturen gegenseitig beeinflussen und zu einer kohärenten Klangwelt verschmelzen.

Sein Sound wurzelt in einer breiten musikalischen Erfahrung – von Rockbands und Jazzensembles über experimentelle elektronische Musik bis hin zu Symphonieorchestern. Mit über 20 Jahren Live-Erfahrung bringt er einen stark performativen Ansatz in seine Filmmusik ein, verbindet Instrumente, Klangfarben und musikalische Traditionen aus unterschiedlichen Kulturen und Genres zu einer unverwechselbaren hybriden Klangsprache.

Seine besondere Vorliebe gilt echten Instrumenten, dem lebendigen menschlichen Element in der Musik. Wann immer es das Budget erlaubt, arbeitet er gerne mit Musiker:innen zusammen, denn der direkte Austausch und das gemeinsame Erleben von Klang sind für ihn heute kostbarer denn je. Die Seele der Musik, so seine Überzeugung, lässt sich nicht durch künstliche Intelligenz ersetzen.

Seine kreative und unkonventionelle Herangehensweise ermöglicht es ihm, Regisseur:innen eine vielseitige und originelle Klangpalette anzubieten. Seine Musik interpretiert filmische Themen auf neue Weise und schafft eine zusätzliche Ebene der Identität, die das Werk bereichert und die so zu einem integralen Bestandteil der filmischen Erfahrung wird.

 

 

For Alexandre Julien Maurer, film music is an interface between sound and image, combining different sensory impressions to create an immersive experience. He believes that music has the power to greatly enhance the emotional impact of an image, while also developing its own unique identity within a film.

Influenced by his work as a sound designer, he takes an intuitive, holistic and strongly expressionistic approach to sound. Rather than viewing music and sound design as distinct entities, he considers them as components of an interconnected dialogue, where sound textures, noises, and musical structures interplay and converge to form a cohesive sonic universe.

His sound is rooted in a broad musical background, ranging from rock bands and jazz ensembles to experimental electronic music and symphony orchestras. With over 20 years‘ experience performing live, he brings a strongly performative approach to his film music, combining instruments, timbres and musical traditions from different cultures and genres to create a distinctive hybrid sound language.

He has a particular fondness for real instruments and the living human element in music. Whenever the budget allows, he enjoys collaborating with musicians because direct exchange and shared experience of sound are more important to him than ever. He is convinced that the soul of music cannot be replicated by artificial intelligence.

His creative and unconventional approach enables him to offer directors a versatile and original sound palette. His music reimagines cinematic themes and adds an extra dimension to the work, becoming an integral part of the cinematic experience.

 

« Alexandre J. Maurer has an intuitive grasp of storytelling that is truly exceptional. He thinks in soundscapes – every tone, every pause, every note becomes part of the narrative. The result is an acoustic universe that seamlessly merges with the visual storytelling. » CJK / Christian Johannes Koch (« Spagat », « Neumatt » – Staffel 2), « Wir waren Kumpel », « Blind »)

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© photo: private – all rights reserved

located: Leipzig (Germany)

Felix Lopp findet zunächst durch intensive Auseinandersetzung mit dem Jazz-Klavier und der Improvisation zu seiner musikalischen Sprache. Die Arbeit in unterschiedlichen Ensembles, als Pianist, Keyboarder und Leiter eigener Projekte macht ihn nicht nur zu einem ausgesprochenen Teamplayer, sondern schärft auch seinen Blick dafür, wie nah Jazz- und Filmmusik sich eigentlich sind. Seitdem verbindet er auf besondere Weise die Freiheit des Jazz mit der narrativen Kraft der Filmmusik

Sowohl Film- als auch Jazzmusik beschreiben für Felix gleichermaßen „eher eine Haltung zum Musizieren und weniger ein konkretes Genre“. Beide leben von spontanen Ideen, vom unmittelbaren Ausdruck und von der Offenheit gegenüber dem Jetzt. Ebenso wie beim Jazz geht es Felix in der Filmmusikkomposition darum, „seine musikalischen Ideen und Gefühle direkt in der Musik auszudrücken.“

Er entwickelt Scores, die sich organisch entfalten, sich durch schöpferische Tiefe und eine große Nähe zum Bild auszeichnen. Besonders gern komponiert er für Streicher, Klavier, Holzbläsern und analoge Synthesizer. Auch hier ist seine Herangehensweise stark von der Improvisation geprägt. Seine Musik entsteht prozesshaft: Felix testet Sound-Ideen, ihre Schattierungen und Atmosphären, setzt sie mit dem Bild in Beziehung. Er spielt mit Live‑Elementen, die immer auch zentraler Bestandteil seiner Kompositionen sind.

Für Felix verdient jeder Film eine individuelle Klangsprache. Dogmatische Lösungen lehnt er ab. Er möchte Filme mit einer lebendigen, offenen musikalischen Handschrift begleiten, die den Bildern Raum gibt und zugleich neue Perspektiven eröffnet.

 

Felix Lopp first found his musical voice through the intensive study of jazz piano and improvisation. Working with various ensembles as a pianist and keyboardist, as well as leading his own projects, made him an exceptional team player and sharpened his awareness of the close relationship between jazz and film music. Since then, he has combined the freedom of jazz with the narrative power of film music in a unique way.

For Felix, both film and jazz music are more about “an attitude towards making music” than a specific genre. Both genres thrive on spontaneity, immediate expression, and openness to the present moment. As with jazz, Felix’s approach to film music composition is to “express his musical ideas and feelings directly in the music”.

He develops scores that unfold organically and are characterised by creative depth and a close relationship to the images. He particularly enjoys composing for strings, piano, woodwind instruments and analogue synthesizers. His approach here is also strongly influenced by improvisation. His music is created as a process: Felix experiments with different sounds, exploring their nuances and atmospheres, and relating them to the images. Live elements are always a central part of his compositions.

For Felix, every film deserves its own unique sound. He rejects dogmatic solutions. He aims to accompany films with an open, lively musical signature that gives space to the images while opening new perspectives.

Artist Page

© Photo: private – all rights reserved

Located in Traunstein near Munich

Dasom Kim komponiert Musik, in der Emotion und Struktur untrennbar miteinander verbunden sind.  Für sie ist Klang ein gestaltbarer Raum, in dem Arrangement, Dramaturgie und Atmosphäre präzise aufeinander abgestimmt sind. Ihre Arbeiten entstehen aus dem Anspruch heraus, innere Zustände in eine klare, nachvollziehbare musikalische Form zu überführen – konsequent gebaut und zugleich unmittelbar erfahrbar.

Dasom, die in Südkorea aufwuchs, inzwischen aber in Deutschland lebt, sagt, sie habe durch ihre multikulturelle Perspektive deutlich gelernt, dass Menschen Musik auf sehr unterschiedliche Weise bräuchten. Manche wünschten sich eine Melodie, die sofort im Kopf bleibt, andere wollten eine überzeichnete Emotionalität. Dasom versteht es, diese sehr unterschiedlichen ästhetischen Wünsche zu übersetzen – von eingängigen Melodien bis zu experimentellen Klangräumen.

Dabei zeichnen sich ihre Kompositionen durch eine klare künstlerische Haltung aus: Kein Sound soll einfach nur auftauchen und wieder verschwinden. Jeder Klang ist absichtlich gewählt, existiert aus einem Grund und erfüllt Aufgaben. „Musik, die nur schön sein will, interessiert mich persönlich weniger“, sagt Dasom. Struktur und Logik in der Musik mit Emotionalität zusammenzuführen, ist ihr Ziel. Gleichzeitig ist es ihr wichtig, die Verbindung ins Heute nicht zu verlieren. Dies gelingt ihr durch einprägsame Melodien und einen hybriden Stil.

Statt Sounds lediglich einzusetzen, erschafft Dasom bewusst musikalische Elemente, die Emotionen, Atmosphären, Raum oder physische Zustände transportieren. Dabei entwickelt sie häufig neue Klangwelten – erfindet z. B. Klänge für Maschinen, die sie so noch nie gehört hat, oder Musik für Welten, die real nicht existieren –, bis hin zu subtilen akustischen Strukturen, die die zentrale Botschaft eines Films tragen.

Damit verwirklicht sie einen Traum, den sie schon in jungen Jahren hatte: Gefühle und Gedanken so direkt wie möglich in Musik zu verwandeln – und durch Film und Klang Welten entstehen zu lassen, die Menschen emotional berühren.

 

Dasom Kim composes music in which emotion and structure are inextricably linked. To her, sound is a malleable space in which arrangement, dramaturgy, and atmosphere are precisely coordinated. She is driven by the desire to translate inner states into clear, comprehensible musical forms that are consistently constructed yet immediately accessible.

Having grown up in South Korea and now living in Germany, Dasom says that her multicultural perspective has taught her that people need music in very different ways. Some want a melody that gets stuck in their head immediately; others want exaggerated emotionality. She knows how to translate these diverse aesthetic desires, ranging from catchy melodies to experimental soundscapes.

Her compositions are characterised by a clear artistic stance: no sound simply appears and disappears without reason. Every sound is deliberately chosen and exists for a reason. “Music that just wants to be beautiful doesn’t interest me personally,” says Dasom. She aims to combine structure and logic in music with emotionality. At the same time, she believes it is important not to lose the connection to the present day. She achieves this through memorable melodies and a hybrid style.

Rather than simply using sounds, Dasom consciously creates musical elements that convey emotions, atmospheres, spaces, and physical states. She often develops new soundscapes in the process, inventing sounds for machines she has never heard before or music for non-existent worlds, right down to subtle acoustic structures that convey the central message of a film.

This is a dream she has had since childhood: to transform feelings and thoughts into music as directly as possible, and to use film and sound to create emotional experiences.

 

Films

A student project

Dancecompany

 

 

 

 

Located in: Berlin

Der Einstieg in die Filmmusik beginnt für Christoph Rinnert Anfang der 1980er Jahre eher ungeplant: In seinem Mini-Tonstudio, ausgestattet mit einem Commodore 64, hat er die Aufgabe, mit einem Kollegen eine Episode der „Sendung mit der Maus“ zu vertonen. Es folgen Aufträge für eine große deutsche Daily Soap, für das Kino und den Dokumentarfilmbereich.

Inzwischen gehört Christoph zu den vielseitigsten Stimmen der deutschen Film- und Dokumentarmusik. Er verbindet präzises Handwerk mit der Erfahrung als Gitarrist, Studiomusiker und Produzent. Eine außergewöhnliche stilistische Offenheit ist typisch für seine Musik. Klassische Ausbildung, musikwissenschaftliches Know‑how und Einblicke in europäische wie türkische Musiktraditionen machen Christoph zu einem Komponisten, der Klangräume weit über Genregrenzen hinausdenkt.

Seine Filmmusik schöpft ebenso aus der Tradition der Programmmusik wie aus experimentellen Klangwelten. Typisch für seinen Sound sind unkonventionelle Techniken und Instrumentenkombinationen, etwa rückwärts eingespielte Melodien, der Einsatz eines Saz mit E‑Bow oder eigens entwickelte Gitarrenambiences. Christophs Ideen entstehen meist im Kopf und auf dem Papier, bevor sie im Studio Form annehmen.

Heute arbeitet er vor allem im Dokumentarfilm, wo seine Musik besonders viel Raum bekommt. Denn, so sagt er, „im Dokumentarfilmbereich ist die künstlerische Freiheit größer, die Musik ist vernehmbarer. Hier treibt mich das Sujet an, einzutauchen in Welten, die wir nicht so genau kennen, nur erahnen, mit Musik hinterfragen… Das interessiert mich“.

 

Christoph Rinnert’s entry into film music began somewhat unexpectedly in the early 1980s. In his small recording studio, which was equipped with a Commodore 64, he and a colleague were tasked with setting an episode of the children’s programme “Sendung mit der Maus” to music. This was followed by commissions for a major German soap opera, cinema, and documentary films.

Christoph is now one of the most versatile composers of film and documentary music in Germany. He combines precise craftsmanship with his experience as a guitarist, studio musician and producer. His music is characterised by an extraordinary stylistic openness. His classical training, musicological expertise, and insights into European and Turkish musical traditions make him a composer who thinks beyond genre boundaries when it comes to soundscapes.

His film music draws equally on the tradition of programme music and experimental soundscapes. His sound is characterised by unconventional techniques and instrument combinations, such as backwards melodies, the use of a saz with an E-bow and specially developed guitar ambiences. Christoph’s ideas usually originate in his mind and on paper before taking shape in the studio.

He currently works primarily in documentary films, where his music is given particular prominence. As he says, “In documentary films, there is greater artistic freedom, and the music is more audible. The subject drives me to immerse myself in worlds that we don’t know so well, only guess at and question through music. That interests me.”

 

Language: english, turkish, french, spanish

Filmographie

 

 

located in Paris and Berlin

Für Matthieu Brismontier ist Minimalismus keine ästhetische Spielerei, sondern eine Haltung. In einer Zeit permanenter Beschleunigung versteht er Reduktion als bewusste Gegenbewegung: Musik darf Raum lassen. Sie darf atmen. Sie darf mit wenigen präzise gesetzten Elementen erzählen, ist dennoch „ausgewogen und stark“. Qualität entsteht für ihn durch Tiefe, Feingefühl und klangliche Genauigkeit, nicht durch ein Höher-Schneller-Weiter.

Der aus der Bretagne stammende Komponist und Produzent bewegt sich stilistisch an der Schnittstelle von Minimalismus, Melancholie und retro-futuristischer Ästhetik, sein Sound oszilliert zwischen analoger Wärme und synthetischer Präzision. Jeder Klang erfüllt eine dramaturgische Funktion, ist bewusst gewählt. Nichts ist zufällig, nichts überladen.

Matthieu kombiniert moderne Produktionstechniken mit analogen Synthesizern. Seine Wurzeln als Gitarrist und seine Prägung durch Rockmusik fließen ebenso selbstverständlich in seine Kompositionen ein wie seine langjährige Erfahrung im Club- und Werbemusikbereich. So entsteht ein klangliches Patchwork, das elektronische sowie rhythmische Strukturen und organische Klangfarben miteinander verbindet.In der Filmmusik sucht er den Dialog zwischen Bild und Ton. Rhythmus, Dramaturgie und eine konsequent entwickelte Klangpalette bilden dabei das Fundament seiner Arbeit. Er setzt auf klare kreative Entscheidungen statt auf endlose Iterationen.

Auf diese Weise entfaltet seine Musik Wirkung, schafft Atmosphäre mit Präzision. Sie verstärkt, was das Bild andeutet, aber lässt Raum für das, was unausgesprochen bleibt.

 

For Matthieu Brismontier, minimalism is not just an aesthetic gimmick; it’s an attitude. In an age of constant acceleration, he views reduction as a deliberate countermovement: music should allow space. It should breathe. It should tell a story with a few precisely placed elements yet still be “balanced and powerful”. For him, quality comes from depth, sensitivity, and tonal precision rather than from doing things higher, faster or further.

Hailing from Brittany, the composer and producer moves stylistically at the intersection of minimalism, melancholy and retro-futuristic aesthetics, with his sound oscillating between analogue warmth and synthetic precision. Every sound fulfils a dramaturgical function and is chosen deliberately. Nothing is random or overloaded.

Matthieu combines modern production techniques with analogue synthesizers. His background as a guitarist and his influences from rock music flow just as naturally into his compositions as his many years of experience in club and advertising music. The result is a sonic patchwork combining electronic and rhythmic structures with organic timbres.

In film music, he seeks to create a dialogue between image and sound. Rhythm, dramaturgy, and a consistently developed sound palette form the foundation of his work. He prefers clear creative decisions to endless iterations. In this way, his music creates an atmosphere with precision, unfolding its effect. It reinforces what the image suggests, while leaving room for what remains unsaid.

Working during the day as a Composer & Producer, during the night as a DJ, and the next day as an band frontman, Matthieu Brismontier likes to wear many hats. But most of all, the franco-german composer likes to cross borders…between the electronic and the organic worlds, the german heritage of electronic dance culture and the french realm of psychedelic pop, the soaring cosmic synthesizer leads and the more earthly rhythm grooves, without forgetting to mention his numerous travels around the world.

After growing up in St Brieuc (Brittany, France), where he learns the guitar & the piano at a young age, spending some time honing his musical skills in the USA, and studying in Angers, he settles in Paris, where he forms the Indie Dance Pop band Parlez-vous anglais ?, with whom he played many shows across Europe. A few years later, he moves to his current beloved city of Berlin, where he builds his production studio MOWD. His attention to detail, his love for groove, dynamism and energy, and his passion for creating unique soundscapes brought him to compose and produce music for many different clients such as ARTE, Warner, Universal, Kellogg’s, Lexus and Tracks & Fields…
Along with his DJ alias FRANZ MATTHEWS and his Psychedelic Pop duo LANGUAGES, he also released music on imprints such as Eskimo Recordings, Days of Being Wild, Rockets & Ponies and his own imprint HIFI/LOFI. Did we already say he likes to wear many hats ?
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Listen to Mathieus music:
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© Foto Steven Haberland

located in Hamburg

Geprägt von der langjährigen Erfahrung als Jazzmusiker versteht Jürgen Spiegel das Komponieren für den Film als einen Dialog mit dem bewegten Bild, aus dem stets etwas Neues entsteht. Er entwickelt seine Filmmusik aus dem Moment heraus, immer mit einem hohen Maß an Intuition. „Im Jazz lernt man, im Moment zu reagieren, offen zu bleiben und Veränderungen nicht nur zuzulassen, sondern sie zu begrüßen. Genau das inspiriert mich am meisten: schnelle, momentane Veränderungen, nicht festzuhalten an Dingen, nur weil man denkt, dass sie gut sind, sondern den Mut zu haben, sie wieder zu verwerfen und neu zu denken.“

Im Zentrum seiner Arbeit steht ein physischer, akustischer Zugang zur Musik. Als Percussionist und Schlagzeuger liegt sein Fokus ganz klar auf Rhythmus und Wiederholungen, auf Mustern, aus denen sich Spannung entwickelt. Genau diese Prozesse findet er überall: im Alltag, in Bewegungen, in Gesprächen, in Stimmungen. Jürgen arbeitet bevorzugt mit echten Instrumenten und echten Klängen. Für ihn entsteht Musik im Spielen, im Anfassen, im unmittelbaren Klang.

Er arbeitet sowohl mit akustischen Instrumenten wie Schlagzeug, Percussion, Klavier, Gitarre oder mit Alltagsgegenständen, aber auch mit gängigen Musikprogrammen. Aus diesem Klangschatz entwickelt er seine Ideen. Jürgens Sound entsteht nicht aus Samples oder vorgefertigten Bibliotheken und auch nicht aus KI-generierten Ideen. Wenn er etwas erschafft, ist das zu hundert Prozent er selbst – mit seiner Handschrift, seiner Energie und seinem Timing.

Ein wesentlicher Fokus liegt für ihn auf dem gemeinsamen Kreieren von Musik, in Zusammenarbeit mit Regie und Produktion versteht er sich als Teamplayer. Musik ist für Jürgen kein Selbstzweck, sondern Teil eines größeren Ganzen: Sie soll dem Film dienen, Atmosphäre schaffen und Bild und Emotion miteinander verbinden. Offenheit, Vertrauen und gemeinsames Denken sind für ihn die Grundlage eines kreativen Prozesses, aus dem lebendige, authentische Filmmusik entsteht.

 

Drawing on his many years of experience as a jazz musician, Jürgen Spiegel approaches film composition as a dialogue with the moving image, resulting in something new each time. He composes film music spontaneously, guided by intuition. „In jazz, you learn to react in the moment, to remain open, and to welcome change. That’s what inspires me most: rapid, momentary changes. It’s about having the courage to discard things and rethink them, rather than clinging to them just because you think they’re good.“

At the heart of his work there is a physical, acoustic approach to music. As a percussionist and drummer, he focuses on rhythm and repetition, and on patterns from which tension develops. He observes these processes in everyday life, in movements, in conversations, and in moods. Jürgen prefers to work with real instruments and sounds. For him, music is created through playing, touch, and immediate sound.

He works with acoustic instruments such as drums, percussion, piano and guitar, as well as everyday objects and common music programmes. He develops his ideas from this treasure trove of sounds. Jürgen’s sound does not come from samples, ready-made libraries or AI-generated ideas. When he creates something, it is one hundred percent him – with his signature style, energy and timing.

Collaborative music creation is a key focus for him; he sees himself as a team player, working together with the director and production team. For Jürgen, music is not an end in itself, but part of a larger whole. It should serve the film, create an atmosphere, and connect images and emotions. Openness, trust and collaborative thinking form the basis of his creative process, resulting in lively, authentic film music.

 

Artist Page

 

Located in Berlin

 

Christian Meyer findet auf unkonventionelle Weise zur Filmmusik: Mit einem Kollegen komponiert er in den 1990er Jahren zur Eröffnung des Kinos in den Hackeschen Höfen einen Filmscore, den die beiden live aufführen. Über das Tanztheater kommt er außerdem mit der Freiheit des Experimentierens in Berührung, entdeckt eine natürliche Verbindung von Bewegung, Bild und Klang – eine wichtige Erkenntnis, die seine Arbeit bis heute beeinflusst.

Ohne klassische Ausbildung, in konsequentem „Learning by Doing“, entwickelt er eine eigenständige künstlerische Arbeitsweise, in der es keine festen Regeln gibt. Was zählt, ist, den Film bestmöglich zu unterstützen. Akustische Instrumente wie Gitarre und Klavier treffen auf virtuelle Instrumente, Field Recordings und experimentelle Texturen. Musik und Sounddesign verschmelzen dabei oft zu einer klanglichen Einheit. Er arbeitet allein, aber auch projektbezogen mit Instrumentalist:innen, Sänger:innen oder dem Babelsberger Filmorchester.

Angetrieben von der Beschäftigung mit Träumen und dem Unbewussten, verbindet er Musik, Fotografie und KI-gestützte Kunst zu einem erweiterten künstlerischen Kosmos. Die langjährige Arbeit in der Werbung schärft zugleich seine Präzision: Geschichten in Sekunden erzählen, Genres wechseln, unter Zeitdruck verdichten. Diese Klarheit bildet den Gegenpol zur offenen Klangforschung des Tanztheaters. Zwischen Intuition und Struktur, Experiment und Genauigkeit entfaltet sich sein künstlerisches Profil.

Am Anfang jedes Scores steht für Christian das Zuhören. Vielleicht weil er neben der Musik auch als Fotograf arbeitet, beginnt diese Annäherung zunächst jedoch nicht mit Worten oder Konzepten, sondern über Bilder, Farben, Stimmungen. Aus diesen Eindrücken entwickelt er Klangräume, die den Film nicht erklären, sondern eine zusätzliche Ebene öffnen, das Unausgesprochene hörbar machen. Seine Kompositionen sind geprägt von klaren Motiven und einprägsamen Melodien. Seine Musik trägt den Film, behauptet dabei zugleich aber immer ihre eigene autonome Kraft.

 

 

Christian Meyer entered the world of film music in an unconventional way. In the 1990s, he and a colleague composed and performed a live film score for the opening of the cinema in the Hackesche Höfe. Through dance theatre, he discovered the freedom of experimentation and a natural connection between movement, image and sound, an important insight that continues to influence his work to this day.

Without any classical training, he developed his own artistic approach through consistent “learning by doing”, in which there are no fixed rules. The important thing is to support the film in the best possible way. Acoustic instruments such as the guitar and piano are combined with virtual instruments, field recordings, and experimental textures. Music and sound design often merge into a single sonic entity. He works alone, as well as on a project basis with instrumentalists, singers, and the Babelsberg Film Orchestra.

Driven by his preoccupation with dreams and the unconscious, he combines music, photography and AI-supported art to create an expanded artistic universe. His many years of work in advertising have also honed his ability to tell stories in seconds, change genres and condense under time pressure. This clarity forms an antithesis to the open sound research of dance theatre. His artistic profile lies somewhere between intuition and structure, experimentation, and precision.

For Christian, listening is the starting point for every score. Perhaps because he works as a photographer as well as a musician, his approach does not begin with words or concepts, but with images, colours and moods. From these impressions, he develops soundscapes that do not explain the film, but open up an additional layer, making the unspoken audible. His compositions are characterised by clear motifs and memorable melodies. His music carries the film while simultaneously asserting its own autonomy.

 

listen to Christians Music

IMDb

 

Located in Amsterdam and Malmö

 

Stan Koch and Maarten Buning create film music based on the film’s material. They create their compositions in close relation to rhythm, visual language and narrative structure, treating them as an integral part of the film, not an afterthought. They begin where images remain ambiguous, in the transition between perception and emotion. For them, music becomes a means of expressing inner states without detaching themselves from or commenting on the film.

The precise balancing of sound, image, and dramaturgy lies at the heart of their work. Rather than setting musical accents that capture attention, they develop sonic spaces that become inscribed within the logic of a film. Their music is often understated, working through detail to shift moods and open up additional layers of meaning for the image.

They combine classical compositional techniques with an open, material-oriented approach in the studio. Alongside conventional instruments such as the piano, guitar and violin, they deliberately use more unusual sound sources, such as the zither, banjo, analogue synthesizers and modified recording equipment. From these heterogeneous materials emerge dense, often fragile, sonic structures that evolve rather than assert themselves. The resulting sound is contemporary and atmospheric, moving naturally between acoustic and electronic poles.

Close collaboration with the director is essential for Stan and Maarten. Their music is not created in isolation, but in dialogue with image, rhythm, and narrative structure. This process is less about stylistic choices and more about revealing what is already inherent in the film. The guiding question remains the same: what sonic form renders the inner movement of a story audible?

 

Stan Koch und Maarten Buning entwickeln Filmmusik aus dem Material des Films heraus. Ihre Kompositionen entstehen im engen Bezug zu Rhythmus, Bildsprache und Erzählstruktur – nicht als nachträgliche Ergänzung, sondern als Teil eines gemeinsamen Gefüges. Ihre Kompositionen setzen dort an, wo Bilder uneindeutig bleiben, im Übergang zwischen Wahrnehmung und Emotion. Musik wird für sie zu einem Mittel, innere Zustände hörbar zu machen, ohne sich dabei vom Film zu lösen oder ihn zu kommentieren.

Im Zentrum ihrer Arbeit steht das präzise Austarieren von Klang, Bild und Dramaturgie. Anstatt musikalische Akzente zu setzen, die Aufmerksamkeit binden, entwickeln sie Klangräume, die sich in die Logik eines Films einschreiben. Ihre Musik bleibt oft zurückgenommen, wirkt im Detail, verschiebt Stimmungen und eröffnet dem Bild zusätzliche Bedeutungsebenen.

Ihre Arbeitsweise verbindet klassische kompositorische Techniken mit einem offenen, materialorientierten Zugang im Studio. Neben Instrumenten wie Klavier, Gitarre oder Violine verwenden sie gezielt ungewöhnlichere Klangquellen – etwa Zither, Banjo, analoge Synthesizer oder modifizierte Aufnahmegeräte. Aus diesen heterogenen Materialien entstehen dichte, oft fragile Klanggefüge, die sich eher entwickeln als behaupten. Der resultierende Sound ist zeitgenössisch, atmosphärisch und bewegt sich selbstverständlich zwischen akustischen und elektronischen Polen.

Wesentlich ist für Stan und Maarten der enge Austausch mit der Regie. Ihre Musik entsteht nicht losgelöst, sondern im Dialog mit Bild, Rhythmus und Erzählstruktur. In diesem Prozess geht es weniger um stilistische Setzungen als um das Freilegen dessen, was im Film bereits angelegt ist. Die leitende Frage bleibt dabei stets dieselbe: Welche klangliche Form ermöglicht es, die innere Bewegung einer Geschichte hörbar zu machen?

SHOWREELS

IMDb – Stan Koch

IMDb – Maarten Buning

Composers Site

 

 

(c) Photo: private

located in: Oslo/Copenhagen

 

Cisser Mæhl’s work is characterised by a clear artistic vision. Her music never intrudes into the foreground, which is its greatest strength. With a keen sense of dramaturgy and atmosphere, she creates soundscapes that support, deepen and refine the images without overshadowing them. She is particularly interested in the interplay of sound, image, and timing, shaping these elements with great care and attention to detail. The result is nuanced compositions that blend naturally into the cinematic narrative.

Building on her carefully developed sound material, her music engages in a close dialogue with the direction and narrative. She moves between electronic and acoustic realms, using synthesizers, strings, vocals, and percussion to create dense, atmospheric soundscapes. Her approach is minimalist, experimental, and strongly sound-oriented – less classical film music and more acoustic storytelling.

Shaped by her background in the visual arts, as well as her training in songwriting, composition, and film and video game music, Cisser takes a consistently collaborative approach. She seeks close collaboration with the director from an early stage, developing musical ideas together during the creative process.

In parallel, she works as a solo artist. This independent artistic endeavour provides a space in which she can experiment with new timbres, rhythms, and field recordings. The inspiration she gains there continuously flows into her film music, shaping a sound that is constantly evolving and deliberately avoids repetition.

 

Cisser Mæhls Arbeit ist von einer klaren künstlerischen Haltung geprägt: Ihre Musik drängt sich nicht in den Vordergrund – und genau darin liegt ihre große Stärke. Mit feinem Gespür für Dramaturgie und Atmosphäre schafft sie Klangräume, die Bilder nicht überlagern, sondern sie tragen, vertiefen und präzisieren. Ihr besonderes Interesse gilt dem Zusammenspiel von Klang, Bild und Timing, das sie mit großer Sorgfalt und Detailgenauigkeit gestaltet. So entstehen nuancierte Kompositionen, die sich selbstverständlich in das filmische Geschehen einfügen.

Ausgehend von eigenem, sorgfältig entwickeltem Klangmaterial entfaltet sich ihre Musik im engen Dialog mit Regie und Dramaturgie. Dabei bewegt sie sich zwischen elektronischen und akustischen Sphären: Synthesizer, Streicher, Stimme und Percussion bilden die Basis für dichte, atmosphärische Klanglandschaften. Ihr Ansatz ist reduziert, experimentell und stark klangorientiert – weniger klassische Filmmusik, mehr eine Form akustischer Erzählkunst.

Geprägt durch ihren Hintergrund in der bildenden Kunst sowie ihre Ausbildung in Songwriting, Komposition und Film- und Videospielmusik verfolgt Cisser einen konsequent kollaborativen Ansatz. Sie sucht frühzeitig die Nähe zur Regie, um musikalische Ideen bereits im Entstehungsprozess eines Films zu entwickeln und gemeinsam zu formen.

Parallel dazu arbeitet sie als Solokünstlerin. Dieses eigenständige künstlerische Feld dient ihr als Experimentierraum für neue Klangfarben, Rhythmen und Field Recordings. Die dort gewonnenen Impulse fließen kontinuierlich in ihre Filmmusik ein und prägen einen Sound, der sich stetig wandelt und bewusst Wiederholungen entzieht.