(c) Photo: private

located in: Oslo/Copenhagen

 

Cisser Mæhl’s work is characterised by a clear artistic vision. Her music never intrudes into the foreground, which is its greatest strength. With a keen sense of dramaturgy and atmosphere, she creates soundscapes that support, deepen and refine the images without overshadowing them. She is particularly interested in the interplay of sound, image, and timing, shaping these elements with great care and attention to detail. The result is nuanced compositions that blend naturally into the cinematic narrative.

Building on her carefully developed sound material, her music engages in a close dialogue with the direction and narrative. She moves between electronic and acoustic realms, using synthesizers, strings, vocals, and percussion to create dense, atmospheric soundscapes. Her approach is minimalist, experimental, and strongly sound-oriented – less classical film music and more acoustic storytelling.

Shaped by her background in the visual arts, as well as her training in songwriting, composition, and film and video game music, Cisser takes a consistently collaborative approach. She seeks close collaboration with the director from an early stage, developing musical ideas together during the creative process.

In parallel, she works as a solo artist. This independent artistic endeavour provides a space in which she can experiment with new timbres, rhythms, and field recordings. The inspiration she gains there continuously flows into her film music, shaping a sound that is constantly evolving and deliberately avoids repetition.

 

Cisser Mæhls Arbeit ist von einer klaren künstlerischen Haltung geprägt: Ihre Musik drängt sich nicht in den Vordergrund – und genau darin liegt ihre große Stärke. Mit feinem Gespür für Dramaturgie und Atmosphäre schafft sie Klangräume, die Bilder nicht überlagern, sondern sie tragen, vertiefen und präzisieren. Ihr besonderes Interesse gilt dem Zusammenspiel von Klang, Bild und Timing, das sie mit großer Sorgfalt und Detailgenauigkeit gestaltet. So entstehen nuancierte Kompositionen, die sich selbstverständlich in das filmische Geschehen einfügen.

Ausgehend von eigenem, sorgfältig entwickeltem Klangmaterial entfaltet sich ihre Musik im engen Dialog mit Regie und Dramaturgie. Dabei bewegt sie sich zwischen elektronischen und akustischen Sphären: Synthesizer, Streicher, Stimme und Percussion bilden die Basis für dichte, atmosphärische Klanglandschaften. Ihr Ansatz ist reduziert, experimentell und stark klangorientiert – weniger klassische Filmmusik, mehr eine Form akustischer Erzählkunst.

Geprägt durch ihren Hintergrund in der bildenden Kunst sowie ihre Ausbildung in Songwriting, Komposition und Film- und Videospielmusik verfolgt Cisser einen konsequent kollaborativen Ansatz. Sie sucht frühzeitig die Nähe zur Regie, um musikalische Ideen bereits im Entstehungsprozess eines Films zu entwickeln und gemeinsam zu formen.

Parallel dazu arbeitet sie als Solokünstlerin. Dieses eigenständige künstlerische Feld dient ihr als Experimentierraum für neue Klangfarben, Rhythmen und Field Recordings. Die dort gewonnenen Impulse fließen kontinuierlich in ihre Filmmusik ein und prägen einen Sound, der sich stetig wandelt und bewusst Wiederholungen entzieht.

 

Foto:  Alberto Venzago, © Simon Stockhausen

located in: Rösrath [NRW]

Simon Stockhausen bewegt sich als Komponist, Sounddesigner und Live-Improvisator seit Jahrzehnten an der Schnittstelle von Musik und Sound Art. Dabei ist er stets auf der Suche nach dem großen Ganzen. Denn was ihn auch nach all den Jahren an der Komposition eines Soundtracks am meisten fasziniert, ist „die Entstehung einer Meta-Ebene, wenn Bild und Ton sich kongenial ergänzen.“

Seine Arbeit ist geprägt von seinem breiten künstlerischen Erfahrungsspektrum, das Filmmusik, Sounddesign und Theatermusik umfasst. Besonders die Arbeit am Theater hat seinen Blick auf die dramaturgische Funktion von Musik geschärft. Dort lernte er, Klänge dem gesprochenen Wort unterzuordnen und in Beziehung zur Präsenz der Schauspieler:innen zu setzen. Die Musik soll einen Rahmen schaffen, nicht dominierendes Element sein. Sie formt den Raum, der Szenen trägt und vertieft, übernimmt jedoch nur gelegentlich eine führende Rolle. Diese Haltung prägt auch Simons Filmmusik, in der Klang und Bild eine subtile, vielschichtige Verbindung eingehen. Dabei meidet er bewusst gängige Klischees und setzt auf eine enge, sprachlich präzise Zusammenarbeit mit der Regie.

Seine Soundtracks entstehen häufig aus Improvisationen, die er mit selbst entwickelten elektronischen Klängen und eingespielten akustischen Instrumenten verbindet. Seine Klangpalette ist außergewöhnlich: Er arbeitet überwiegend mit selbst entwickelten elektronischen und akustischen Klängen, die er über Jahrzehnte des Sounddesigns programmiert und gesampelt hat, sowie mit selbst gespielten Instrumenten. Granular- und spektrale Resynthese gehören ebenso zu seinem Werkzeug wie klassische Instrumente – stets mit dem Anspruch, eine eigenständige, aus seiner persönlichen Klangbibliothek gespeiste Tonsprache zu schaffen.

Neben der Filmarbeit entwickelt er Klangbibliotheken für neue Synthesizer, produziert eigene audiovisuelle Kunstprojekte und sucht derzeit wieder verstärkt nach politischen und gesellschaftlichen Bezügen in seiner Musik.

 

Simon Stockhausen is a composer, sound designer and live improviser who has been working at the intersection of music and sound art for decades. He is always searching for the bigger picture. Even after all these years, he is still fascinated by the process of composing soundtracks, particularly “the emergence of a meta-level when image and sound complement each other perfectly”.

His work is shaped by his extensive artistic experience in film music, sound design, and theatre music. His theatre work in particular has honed his understanding of the dramaturgical function of music. There, he learned to subordinate sounds to the spoken word and relate them to the presence of the actors. Music should provide a framework rather than being a dominant element. It shapes the space that carries and deepens the scenes, occasionally taking on a leading role. This approach is also evident in Simon’s film music, where sound and image are interwoven in a subtle, multi-layered way. He consciously avoids common clichés, relying on close, linguistically precise collaboration with the director.

His soundtracks often originate from improvisations that he combines with electronic sounds that he has developed and recorded, as well as acoustic instruments. His sound palette is extraordinary; he predominantly works with electronic and acoustic sounds that he has developed over decades of sound design, programming and sampling, as well as with instruments that he plays himself. Granular and spectral resynthesis are as much a part of his toolkit as classical instruments, and he always aims to create an independent sound language fed from his personal sound library.

Alongside his film work, he develops sound libraries for new synthesizers, produces his own audiovisual art projects, and is currently exploring political and social themes in his music once again.

 

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located in Hamburg

Jan Fabricius ist kein Mensch fürs Mittelmaß. Seine Liebe zum Kino beeinflusst maßgeblich sein Credo für die Musik, die er komponiert: „Filmisch muss es sein! Weite und Tragik soll es haben!“, sagt er. Inspiriert von den Klang-Ästhetiken der 1960er- bis 1980er-Jahre und Komponisten wie Ennio Morricone und Nino Rota entwickelt er atmosphärische, charakterstarke Klangwelten mit hohem Wiedererkennungswert. Analoge Instrumente und bewusst eingesetzte klangliche Rauheit prägen seinen Sound.

Nach vielen Jahren als Musiker in verschiedenen Bandprojekten verlagerte Jan seinen künstlerischen Schwerpunkt in den letzten Jahren zunehmend auf die Arbeit als Komponist und Solokünstler. Die intensive Auseinandersetzung mit Gruppendynamik, Studioarbeit und Live-Erfahrung bildet jedoch bis heute das Fundament seiner Kompositionen.

Bei der Wahl seiner Instrumente bevorzugt Jan akustische und analoge Klangquellen gegenüber rein digitalen Produktionen. Leichte Unregelmäßigkeiten versteht er als charakterstiftendes Element. So nutzt er beispielsweise eine restaurierte Mandoline aus einem Dachbodenfund sowie eine ältere Flamencogitarre aus seinem Studium, die ihn seit vielen Jahren begleitet. Beide Instrumente besitzen für ihn einen individuellen Klang, der sich digital nur schwer reproduzieren lässt.

Als erfahrener Studiomusiker spielt er einen Großteil der Instrumente selbst ein – darunter Gitarre, Bass, Klavier, Percussion, Schlagzeug und Gesang. So entsteht eine geschlossene klangliche Identität bei gleichzeitig hoher Flexibilität im Produktionsprozess. Neben ernsteren Klangbildern entwickelt er dabei auch eine spielerische, reduzierte und zugleich durchdachte musikalische Seite, die jedoch nie zu glatt, sondern immer ein bisschen „unpoliert und staubig“ ist.

 

Jan Fabricius is not one for mediocrity. His passion for cinema is a key influence on his approach to composing music: “It has to be cinematic! It should have breadth and tragedy!“ he says. Drawing inspiration from the sound aesthetics of the 1960s to 1980s, as well as from composers such as Ennio Morricone and Nino Rota, he creates atmospheric soundscapes that are instantly recognisable. Analogue instruments and deliberately employed sonic roughness are hallmarks of his sound.

After many years as a musician in various bands, Jan has increasingly focused on working as a composer and solo artist in recent years. However, his intensive engagement with group dynamics, studio work, and live performances continues to inform his compositions.

When choosing his instruments, Jan prefers acoustic and analogue sound sources to purely digital productions. He considers slight irregularities to be character-defining elements. For instance, he uses a restored mandolin that he found in an attic and an old flamenco guitar that he has had since his student days. He believes that both instruments have a unique sound that is difficult to recreate digitally.

As an experienced studio musician, he plays most of the instruments himself, including the guitar, bass, piano, percussion, drums and vocals. This creates a cohesive sonic identity while maintaining a high degree of flexibility in the production process. As well as creating more serious soundscapes, he also explores a playful, minimalist and thoughtful musical style that is never overly polished but instead has a slightly “unpolished and dusty” quality.

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Foto © privat

Located in Potsdam

Derik Listemanns Metier ist die sinfonische Filmmusik. Wo andere Komponisten um jeden Preis aus der Menge hervorstechen wollen, sucht Derik das Beständige, denkt klassisch orchestral. Dazu gehört auch, dass er abseits der Filmmusik immer wieder Konzertmusik komponiert, wie etwa ein Werk für Solo-Trompete, geschrieben für die Fenster des Greifswalder Doms, die zuvor vom dänischen Künstler Ólafur Elíasson entworfenen und eingeweiht worden waren.

Deriks kompositorischer Ansatz, den er als neo-romantisch bezeichnet, sucht keine künstliche Originalität; entscheidend ist für ihn, jene musikalischen Elemente zu finden, die den jeweiligen Film wirklich tragen. Dabei zeigen seine Werke unverkennbar eine Vorliebe für überraschende rhythmische Wendungen, häufige Taktwechsel oder eine mediantisch geprägte Harmonik.Derik versteht Filmmusik weniger als Teil der Unterhaltungsmusik im klassischen Sinne. Vielmehr verlangt sie, findet er, die Fähigkeit, in jedes Genre tief einzutauchen. Dieser Spagat zwischen eigenem Stil und stilistischer Wandlungsfähigkeit macht für ihn genau den Reiz an der Filmmusikkomposition aus.Auch wenn Derik bevorzugt orchestrale Filmmusik mit synthetischen oder popularmusikalischen Elementen verbindet, experimentiert er auf der Suche nach dem richtigen Sound mit allem, was sein Studio hergibt. Das führt nicht selten zu unverwechselbaren Details und zu einem Klang, den nicht viele haben.

 

Derik Listemann specialises in symphonic film music. While other composers strive to stand out at any cost, Derik prioritises consistency and classical orchestral composition. As well as film music, he frequently composes concert music, including a piece for solo trumpet written for the windows of Greifswald Cathedral, designed by Danish artist Ólafur Elíasson.

Derik describes his compositional approach as neo-Romantic. Rather than seeking artificial originality, he focuses on finding the musical elements that truly bring a film to life. His works reveal an unmistakable preference for surprising rhythmic twists, frequent time signature changes, and mediant-based harmonies.

He views film music as something other than light music in the classical sense. Rather, he believes that composing for film requires the ability to immerse oneself deeply in every genre. For him, the balancing act between his own style and stylistic versatility is precisely what makes film music composition so appealing.

Although Derik prefers to combine orchestral film music with synthetic or popular music elements, he experiments with all the resources available to him in his search for the right sound. This often results in distinctive details and a unique sound.

Crew United

Artist Side

(c) Foto: Sebastian Lindner

Located: Cologne | Germany

Matthias Hornschuh gilt als umtriebig. Erlebt man ihn, dann balanciert sich seine belebte Art und der kämpferische Geist mit großer Ruhe und Zuwendung zum Gegenüber. Als Komponist für Medien gilt das genauso. Matthias umarmt den filmischen Stoff, um ihn anzuregen, in seine Bestandteile aufzulösen, ihn wieder zusammen zu setzen – ihn zu interpolieren, interpretieren, anzuklagen und ihm auch zu schmeicheln. Seine emphatische Kompositionsweise ist dabei nicht immer gefällig, aber stets fällt sie ins subkontextuale Gewicht. Die angenehme Zusammenarbeit mit ihm verbindet sich mit Verlässlichkeit. Was nicht geht, wird nicht gemacht. Wofür er keine Sprache hat (was sehr selten der Fall ist), darüber spricht er nicht. Umso ausgezeichneter tut er das, was er vermag. Hier korrespondieren seine Kompositionen in feinfühliger Art und Weise mit dem filmischen Sujet und spiegeln die narrative Realität in akustischer Gestalt zurück. Seine Vielseitigkeit als Komponist hat ihn von klassischen Feature-Filmen für Kino oder TV über Dokumentationen und Serienformate und die Komposition für Hörspiele bis hin zu Theater und „Akustischer Kunst“ geführt.

Matthias Hornschuh is considered to be a busy man. When you experience him, his animated manner and combative spirit are balanced with great calm and attention to the other person. As a composer for media, this is just as true. Matthias embraces the cinematic material to stimulate it, to dissolve it into its constituent parts, to put it back together again – to interpolate, interpret, accuse and also flatter it. His emphatic compositional style is not always pleasing, but it always falls into the sub-contextual weight. The pleasant collaboration with him is combined with reliability. What can’t be done, won’t be done. What he doesn’t have a language for (which is very rarely the case), he doesn’t talk about. All the more excellently he does what he is able to do. Here his compositions correspond sensitively with the cinematic subject and reflect the narrative reality back in acoustic form. His versatility as a composer has led him from classical feature films for cinema or TV to documentaries and series formats and composition for radio plays to theatre and „acoustic art“.

Filmographie [Auswahl]

  • JIM KNOPF / JIM KNOPF UND DIE WILDE 13
    Komposition und Produktion der Hörspielmusik gemeinsam mit Helmut Zerlett für Headroom / Silberfisch | 6CD-VÖ im Dezember 2022
  • DIE MATRIARCHIN
    Song (Komp./Prod.) für das kommende MALONDA-Album (Text: Achan Malonda), Release 2022 Preprod.der BankingTracks,Arrangement & Prod.Parallax String Quartet,UK
  • DISKURSSIMULATION
    Ars Acustica, 53‘, Auftragskomposition des Studio für Akustische Kunst des WDR, Ursendung 19.11.2022
  • GROSSSTADTREVIER – DIE SCHLAFENDE UNSCHULD
    TV-Serienfolge, D 2021, Regie Sarah Winkenstätte Ursendung Oktober 2022
  • LEHMANN – DER LETZTE KULTURDIPLOMAT TV-Dok, D 2020, DW TV, Regie: Willie Schumann & Rainer Traube
  • TRAUMFÄNGER
    Animationskurzfilm, D 2020, Regie Silas Degen
  • ECSA-4CopyrightDirective
    Kampagnenfilm des europäischen Dachverbands der Komponistenverbände ECSA. Belgien 2020, Regie: Ales- sandra Callegari
  • VOICELESS
    Kurzdoku, D 2020 | Buch & Regie Maite Hundt, Abschlussfilm Macromedia Hochschule Köln
  • SANITATEM – DU BIST NIEMALS ALLEIN (AT)
    Spielfilm, D 2020 | Regie & Produktion: Michael Kleinfeld, Abschlussfilm Macromedia Hochschule Köln 2020 (finished/ unreleased)
  • DAS WUNDER VON TAIPEH
    Kinodok, D 2019, Regie John David Seidler, Prod. CORSO Film in Coprod. mit WDR/3Sat
    Screenings: Hof, Lünen, Stranger than Fiction 2020 (Köln, Eröffnungsfilm), Dokumentarfilmwochende Würz- burg, im Verleih von MindJazz Pictures. Kinostart: 27.02.2020, DVD- & Soundtrack-Release Juni 2020. Nomi- niert für den Deutschen Dokumentarfilmpreis 2020
  • SOUNDTRACKS DER SEELENSCHÄDEN – KLÄNGE AUS DER TRAUM(A)FABRIK WDR 3 Open „FreiRaum“, Redaktion: Markus Heuger
    von und mit Matthias Hornschuh, Dezember 2013.
    Mit Jörg Gerle, Mario Giordano und Dr. Johannes Odendahl. Ursendung 14.12.2013, 23:05.
  • JEDEM DAS SEINE / TO EACH HIS OWN
    Spielfilm, D 2009, 45\‘. Buch & Regie: Stefan Schaller
    Lobocito Film, Filmakademie Baden-Württemberg & Bayrischer Rundfunk BERLINALE 2009:Perspektive Deutsches Kino
  • DANTONS TOD
    Theatermusik, Premiere am 28.01.2006; Regie: Markus Kopf Städtische Bühnen Münster, Großes Haus (Spiel- zeit 2005/2006)
  • HANDBUCH FÜR DEN RUSSISCHEN DEBÜTANTEN
    Hörspielmusik für das 3teilige Hörspiel nach dem Roman von Gary Schteyngart,WDR 2005Thomas Leutz- bach (Regie)

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