TV Ausstrahlung am 10.Juni 2024 um 22:00 auf ARTE und vorher ab dem 03.06.24 auf der Mediathek.

KINO Premiere am 06.06.2024 in Paris!

Die Rolle des Kindermörders in Fritz Langs Klassiker „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931) machte Peter Lorre (1904-1964) weltberühmt und wurde ihm gleichermaßen zum Verhängnis. Der österreichisch-ungarische Einwanderer mit dem unverwechselbaren Gesicht, der vor Hitler nach Hollywood floh, spielte in über 80 Filmen mit, darunter in „Casablanca“ und „Die Spur des Falken“.
Die Dokumentation gibt Einblicke in die vielschichtige Persönlichkeit des Schauspielers Peter Lorre, der die großen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts am eigenen Leib erfahren musste, denn der Antisemitismus des Dritten Reichs zwang ihn ins Exil in die USA. In Hollywood traf er auf andere Immigranten: Billy Wilder, Josef von Sternberg und Fritz Lang. Peter Lorre ist Teil der Filmgeschichte und arbeitete mit namhaften Größen seiner Zeit wie John Huston und Humphrey Bogart zusammen. Sein meisterhaftes Spiel verdankt er nicht zuletzt seinem bewegten Privatleben voller Widersprüche, mit Tragik, Komik und Konflikten. Der wegen seiner ausdrucksstarken Augen in Amerika auch als „Master of Menace“ bezeichnete Lorre war aufgrund seiner ausschweifenden Lebensführung gezwungen, auch wenig reizvolle Rollen anzunehmen. Seinen Frust über die eindimensionalen Charaktere, die in Hollywood an der Tagesordnung waren, betäubte er mit Morphium. Als seine Karriere in den USA am Ende war, zog es ihn für einige Jahre nach Deutschland, wo er sich einen Traum erfüllte und als Regisseur einen Film noir („Der Verlorene“) inszenierte, in dem er selbst die Hauptrolle spielte. Lorre war dreimal verheiratet. Seine letzte Frau lernte er in einer Entzugsklinik kennen. Mit ihr bekam er im Alter von 49 Jahren sein erstes Kind – die 1953 geborene Catharine. Zu Wort kommen unter anderem die Regisseure Volker Schlöndorff und Christian Petzold. Sein Biograf Stephen D. Youngkin, der Filmhistoriker Alexander Horwath und der Schriftsteller Robert Schindel berichten von Lorres bewegtem Leben.

Regie: Evelyn Schels

Musik: Christoph Rinnert